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Rechtzeitig Ansagen machen …

Im Kino sitzen drei Jugendliche in der Reihe hinter mir, essen Popcorn und erzählen sich lautstark die letzten Neuigkeiten. Es wird dunkel, der Film beginnt. Die Geräusche und Gespräche hinter mir enden damit jedoch nicht. Sie sind teilweise so laut, dass ich die Schauspieler im Film nicht verstehe.

Es gibt immer wieder irritierende Situationen, in denen wir nicht so richtig wissen, wie wir darauf reagieren sollen. Uns fehlen die Worte das störende Verhalten anzusprechen. Wir wollen ja auch nicht als Meckerer dastehen. Deshalb zögern wir. Und fühlen uns immer unwohler. Unser Ärgerpegel steigt, langsam oder auch schnell. Das trägt dazu bei, dass wir immer weniger in der Lage sind, besonnen und angemessen zu reagieren.

Hätte ich gleich zu Beginn auf die Störung reagiert: „Ihr habt euch ja ne ganz schöne Menge zu erzählen, oder?“, (verstehen nützt immer), wären die Mädchen vielleicht sogar von selbst darauf gekommen, dass sie leiser sind. Falls nicht, hätte ich nachsetzen können: „Stört es euch nicht, wenn jeder eure Privatgespräche so einfach mitbekommt?“ Und im Extremfall immer noch darauf hinweisen können, dass mich das, was die drei sich zu sagen haben, nicht interessiert. „Also mich interessiert es nicht, und ich wäre dankbar, wenn ich es auch nicht mit anhören müsste. Meint ihr das geht?“