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Durch Sparen zur Fülle?

Sparen im ursprünglichen Sinne meint, etwas anzusammeln, weil man für eine Massnahme eine größere Menge braucht. Bezogen auf Pizza-Schachtelecken heißt das: Erst wenn ich die erforderliche Anzahl Schachtel-Ecken gesammelt habe, bekomme ich die kostenfreie Pizza. Bezogen auf Geld: Ich plane eine größere Anschaffung oder Investition. Dann muss ich vorher eine bestimmte Menge an Geld sparen, damit ich diese finanzieren kann.

Heute begegnet uns das Wort Sparen laufend, es erschlägt uns nahezu. Dabei sind jedoch keine Sparmaßnahmen im o.g. Sinne gemeint, sondern eher eine Begrenzung oder Einschränkung. Das kann weniger Mitarbeiter, weniger Investitionen, weniger Ausgaben, weniger Service, weniger … bedeuten. Der zugrunde liegende Gedanke: Wenn ich auf  „Nummer-Weniger“ gehe, habe ich mehr.

Über den Wert solcher Maßnahmen kann man geteilter Auffassung sein. Mein persönlicher Eindruck ist, dass man durch solche Aktionen niemals Fülle erzeugen kann. Kurzfristig mag sich der Eindruck einstellen, dass man durch Sparen ein Mehr erzeugt, langfristig ist das nicht möglich. Denn das Abzwacken bedeutet, dass es irgendwo anders fehlt. Dies hat wiederum Auswirkungen auf anderen Ebenen. Es ist wie ein Bumerang, der früher oder später wieder zu uns zurück kommt.

Beispiel:

Natürlich heißt das nicht, dass ich unbegrenzt mehr ausgeben kann, als mir zur Verfügung steht. Die Entscheidung wie ich jedoch mit Engpässen umgehe ist wohl zu bedenken. Wenn ich für Anschaffungen weniger ausgebe, riskiere ich es eine schlechtere oder sogar bedenkliche Qualität zu erhalten. Und das kostet mich an Ende oft mehr, als die Einsparung gebracht hat. Wenn ich auf Schnäppchenjagd gehe, muss ich wissen, dass ich damit jemand anderem den Verdienst schmälere. Am Ende der Kette kann dieser Jemand ich sein.