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Was motiviert: Das ist falsch versus you’ve come a long way

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Lange hatte sie daran gefeilt, sehr fleißig geübt, immer wieder Einzelheiten verbessert und am Ende ein recht passables Ergebnis erzielt. Sie hatte auch den Mut dies nun in der Öffentlichkeit und ihren Lehrern zu präsentieren. Der eine Lehrer reagiert mit: „Bei diesem Detail, da musst du es besser machen.“ Der andere Lehrer sagt: „You’ve come a long way“, was bedeutet „Du hast viel erreicht“.

Wie fühlen sich die beiden Reaktionen für dich an? Die Schülerin weiß selbst, dass es nicht perfekt ist. Und hätte womöglich im Nachgang auch ihre beiden Lehrer gefragt, wo und wie sie etwas noch verbessern könnte. Woher kommt die Haltung, dass man Menschen motiviert, wenn man ihnen aufzeigt, was sie falsch gemacht haben? Was motiviert Menschen tatsächlich?

Eigene Stärken sind ausgezeichnet geeignet, um jemanden zu motivieren. Wenn er etwas gut kann, wenn ihr etwas sehr liegt, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass auch der Antrieb dies auszubauen und zu verbessern vorhanden ist.

Ein weiterer Motivationsfaktor ist Erfolg. Wenn etwas gelungen ist oder auf positive Resonanz stößt, wird jemand ungleich mehr motiviert sein, an diesem Erfolg weiter zu feilen und ihn auszubauen.

Natürlich ist es auch möglich durch einen Rückschlag motiviert zu sein. Man möchte der unguten Lage entkommen und möglichst vermeiden, dass man wieder in eine solche Lage gerät. Manchen Menschen hilft auch, wenn sie unter Zeitdruck geraten oder sich künstlich unter Zeitdruck stellen, um für eine anstehende Aufgabe entsprechend motiviert zu sein.

Wer Prioritäten richtig setzen kann, wird den Überblick behalten und mit dem, was tatsächlich getan werden muss, auch mehr Erfolg erreichen. Dazu ist es unbedingt erforderlich, dass man wirklich wichtiges von unwichtigem zu unterscheiden vermag. Oft beschäftigen wir uns mehr mit anstehendem als mit wirklich wichtigem und sind dann ausgelaugt, weil wir nicht wirklich etwas bewegen konnten.

Manche Menschen mögen es nicht, mit einer Aufgabe alleine dazustehen. Wenn sie Mitwirkende oder Unterstützer haben, sind sie motivierter, etwas beizutragen und erledigen die Aufgabe leichter.

Um auf unser Beispiel vom Anfang zurückzukommen: Auf jeden Fall stärkt ausreichend Anerkennung die Motivation. Dabei hilft es zu beachten, dass, selbst wenn es niemanden gibt, der diese ausdrücken könnte, man sich ja auch selbst auf die Schulter klopfen und für die eigene Leistung belohnen kann.

Schenke deinen Mitmenschen ausreichend Anerkennung und Wertschätzung für ihren Beitrag. Das verschönert nicht nur ihr Leben sondern auch deines.