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„Fick dich“ oder von Umgang mit bösen Worten

In einem Kindergarten tauchte die Frage auf, wie man Kindern klarmachen könne, dass „Fick dich“ ein böses Wort oder ein böser Ausdruck sei und man das nicht sagen soll/darf. Meine Antwort: Gar nicht!

Ich empfehle unerwünschtes Verhalten zu ignorieren, bzw. dem Kind/den Kindern Angebote für eine andere Ausdrucksweise machen. Ein Kind ruft etwa einem anderen Kind in einer Spielsituation zu: „Fick dich.“ Die Erzieherin könnte reagieren mit: „Meinst du damit, Paul soll mit dem, was er macht, aufhören?“ oder „Sagst du Paul gerade Aufhören?“, „Was willst du, dass Paul machen/lassen soll?“, “ Sagst du das weil du gerade sauer bist?“.

Entscheidend ist, dass man das „böse“ Wort geflissentlich überhört und auf gar keinen Fall wiederholt. Ersetzt man nämlich das Wort oder den Satz des Kindes durch eine andere Ausdrucksweise, besteht die große Wahrscheinlichkeit, dass das Kind dies über kurz oder lang von selbst übernimmt. Das gilt im übrigen auch genauso beim Wortverhalten von Erwachsenen.

Eine Belehrung darüber solche Ausdrucksweisen nicht zu verwenden, macht sie meines Erachtens eher noch interessanter, als dass dies zur Einsicht führt.