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Ich bin Luft für dich

Es ist Besuch da und die Mutter als Gastgeberin kümmert sich darum. Die Tochter beschwert sich jedoch: Also, wenn Besuch da ist, bin ich ja sowieso nur Luft für dich.

Der erste Impuls der Mutter ist es, dem Kind zu sagen, dass das doch gar nicht stimmt. Mit dieser Aussage, würde sie dem Kind jedoch indirekt mitteilen, dass es mit seiner Einschätzung, seinem Empfinden bezüglich der Situation falsch liegt. Verbindung kann jedoch nur entstehen, wenn ich bereit bin anzuerkennen, dass es für den anderen genau so ist, wie er es sagt, ungeachtet meiner eigenen Einschätzung.

Die Mutter entscheidet sich daher empathisch zu reagieren:
Bist du grad traurig und wünschst dir mehr Aufmerksamkeit?

Das Kind erleichtert: Ja, genau., und sinkt dabei auf den Schoß der Mutter und kuschelt sich an sie. Nach etwa einer Minute steht es auf, geht in sein Zimmer und fängt an fröhlich zu spielen.

Was passiert ist? Das Kind hat durch die Reaktion der Mutter – nämlich das Anerkennen der Empfindungen des Kindes – bestens gezeigt bekommen, dass die Mutter sehr wohl mitbekommt, wie es um das Kind steht, was ja gar nicht möglich wäre, wenn es Luft für sie wäre.