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Beziehungen so pflegen, dass Verbindung entsteht.

Wertvolle Beziehungen aufzubauen, benötigt Zeit. Nur über einen gewissen Zeitraum hinweg entsteht Vertrauen und damit verbunden auch Tiefe in einer Beziehung. Das setzt voraus, dass du genügend Zeit mit der anderen Person verbringst.

Nicht an der Oberfläche bleiben, sondern bereit sein, sich ganz zu zeigen. Wie oft haben wir Angst davor, zu viel von uns zu zeigen. Der andere könnte dies ja ausnutzen und in die Kerbe hauen. Ohne Offenheit und Verletzlichkeit entsteht jedoch kein Vertrauen. Indem wir bereit sind über unsere Schwachstellen, Ängste und Sorgen zu sprechen, beweisen wir unserem Gegenüber, dass wir ihm vertrauen. Mit großer Wahrscheinlichkeit kommt dann auch ähnliches zurück. Wir alle haben Fehler. Also führt ein offener Umgang damit dazu, dass andere sich sicherer fühlen und nicht befürchten selbst etwas verbergen zu müssen.

Um Schwierigkeiten zu überbrücken, helfen drei Dinge.
Gemeinsamkeiten: Ähnlichkeiten zu finden, ist ein guter Anfang, um eine Beziehung aufzubauen. Entdecke Gemeinsamkeiten, die euch verbinden können.
Verletzlichkeit: Wie bereits gesagt, öffnet man sich durch das Teilen von Schwächen und Ängsten und gewährt dem anderen Einlass. Das steigert die Chance selbst hereingelassen zu werden.
Gemeinschaft: Ob im Beruf oder Privatleben, Gemeinschaft schweißt zusammen. Wenn man gemeinsam an einem Projekt arbeitet oder ein gemeinsames Hobby betreibt, findet man schneller Überschneidungen und fördert das Gefühl von Zugehörigkeit, dass uns Menschen ja so wichtig ist.
Wenn du mit jemandem zurechtkommen willst oder musst, hilft es sehr dich zu fragen, wie du eine Verbindung zu dieser Person aufbauen kannst, die dein Gegenüber mit großer Wahrscheinlichkeit kooperativer macht. Zeigst du, dass du bereit bist, dich auf den anderen einzulassen und ihn zu verstehen, hilft dies eine Brücke zu bauen. Über diese Brücke kommt der andere dir dann auch meistens entgegen.

Soziale Medien ersetzen keine echten Beziehungen. Immer wieder warne ich meine Klienten davor, vor allem kritische Gespräche mittels dieser Kanäle zu führen. Wie schnell lässt sich ein geschriebener Satz mehrdeutig interpretieren. Und schon gerät die Beziehung in eine noch schwierigere Lage. Aber selbst wenn nichts Problematisches ansteht, wirklich tiefe und bereichernde Beziehungen entstehen einfach nicht auf diese Weise.

Und sollte es dann doch mal zu einer Auseinandersetzung kommen. Es kommt auf die Haltung an, mit der man in ein solches Gespräch startet. Es gibt Recherchen, die besagen, dass negativ begonnene Gespräche meist auch negativ enden. Mit einer positiven Haltung gelingt es dir eher einen kritischen Punkt so anzusprechen, dass ein konstruktiver Gesprächsverlauf möglich wird. Lasse in solchen Gesprächen, den anderen am besten zuerst seine Position beschreiben. Stelle den Streitpunkt nicht so dar, als wäre es eine Tatsache, die Allgemeingültigkeit hat, sondern beschreibe aus deiner Warte und erlaube dem anderen Einblick in das, was es bei dir auslöst. Bleibe bei den Tatsachen und vermeide um jeden Preis ein solches Gespräch zu einer Diskussion über den Charakter einer Person ausarten zu lassen.