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Was ist schon normal?

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Wir werden von klein auf konditioniert, in Normen zu denken. Turnusmäßige ärztliche Babychecks, ob es sich normal entwickelt. Unterricht in der Schule, für alle gleich – ungeachtet ihrer Talente, Möglichkeiten und Neigungen. Gewicht und Aussehen, modebestimmt. Karriere-Entwicklung ganz nach Plan.

Ein gewisses Maß an Einheitlichkeit kann durchaus nötig für unser Zusammenleben sein. Wenn wir jedoch irgendwann so überzeugt von unserem Normal sind, dass wir beginnen, alles, was anders ist als wir selbst, suspekt zu finden, wird es fragwürdig. Die Killerfrage dazu beginnt mit „Wie kann man nur …?“
Wie kann man nur …
… ein Kind bekommen, wenn man noch nicht mal eine Ausbildung hat?
… so begriffsstutzig sein?
… seinen Vorgarten so vernachlässigen?
… so bedächtig Auto fahren?
… so laut und ungehemmt Lachen?

So etwas, wie Normal gibt es meines Erachtens nicht, ja kann es gar nicht geben. Jeder Mensch verfügt über ein ihm völlig eigenes Potenzial. Wir alle haben unsere speziellen Werte sowie verschiedene Schwerpunkte und Herangehensweisen. Das führt zu unterschiedlichem Denken und Handeln. Wenn wir dies anerkennen und die Unterschiedlichkeit nicht nur akzeptieren, sondern diese sogar begrüßen und uns daran erfreuen, wird das Miteinander viel bereichernder und auch friedlicher. 

Es besteht immer die Möglichkeit etwas Neues zu entdecken, das in unser eigenes Normal vielleicht sogar gut hineinpassen würde. Es gibt uns Gelegenheit, Dinge mal aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Vielleicht hilft dieser andere Blickwinkel auch uns selbst. Im besten Fall stärkt es jedoch unsere Individualität und Einzigartigkeit.